Gasbrennwertheizung – modern heizen

Gasbrennwertheizung - modern heizen Die Gasbrennwertheizung birgt einen großen Vorteil: Sie ist in der Lage die neueste Technik zu nutzen. Aus diesem Grunde ist sie eine der effektivsten Heizungen, die es derzeit auf dem Markt gibt. Kein Wunder also, dass sie zur Zeit die am häufigsten verwendete Heizungsvariante in Deutschland darstellt.

... und wie funktioniert sie?

Viele der Leser kennen vielleicht noch die alten Heizungsmodelle. Bei ihnen wurde das Hauptaugenmerk darauf gelegt, dass der Wasserdampf, der bei der Verbrennung freigesetzt wurde, in einem gasförmigen Zustand verblieb. Die Kondensation des Dampfes hätte dazu führen können, dass Korrosionen am Heizkessel entstünden, was zur Verrußung bzw. der Versottung des Schornsteines hätte führen können. Man nennt diese Technik „Heizwert“. Ebenso wird dieser Begriff verwendet, um die Menge an Energie zu benennen, die freigegeben wird, wenn der Energiestoff, in diesem Fall Gas, zur vollständigen Verwertung gebracht wird. Manchmal wird hierfür auch der Begriff „Unterer Heizwert“ verwendet.

Worin besteht der Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert?

Im Gegensatz zum Heizwert gibt der Brennwert bekannt, wie viel Energie ein Brennstoff, in diesem Fall Gas, nicht nur bei der Verbrennung, sondern auch bei der Abkühlung der bei der Verbrennung entstandenen Abgase abgibt. Es ist die so genannte Kondensationswärme, die dabei ebenfalls berücksichtigt wird. Die Kondensationswärme verschwindet bei herkömmlichen Heizungsmodelle über den Schornstein, denn sie wird mit den Abgasen ins Freie abgegeben. Kein Wunder also, dass Brennwertheizungen mit ihrer Energieeffizienz stets über dem Wert einer althergebrachten Heizungsanlage liegen.

Die Kraft des Wasserdampfes

Nun, es ist weniger die Kraft als die Wärme, die dem Wasserdampf bei dem Abkühlungsvorgang entzogen wird. Sämtliche entstehende Abgase der Gasbrennwertheizung werden durch einen weiteren Kreislauf gezogen, bevor sie endgültig den Schornstein hinaufgeschickt werden. Werden die Abgase abgekühlt, kondensieren die Wassermoleküle, die sich darin verbergen. Dadurch wird eine latente Wärme freigesetzt, welche vom Heizungswasser aufgenommen wird und dieses erwärmt. Im Heizkessel kommt also gewissermaßen „vorgewärmtes“ Wasser an, sodass die Heizung weniger neue Energie, neues Gas benötigt, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Dies spart auf das Verbrauchsjahr gerechnet eine Menge Gas. Jeder, der von einer herkömmlichen Heizung auf eine Gasbrennwertheizung umgestiegen ist, wird dies mit korrekten und offiziellen Gasabrechnungen bestätigen können. Und das alles bei gleicher Wärmeleistung und einer kuschelig warmen Wohnung.

Welche Vorausssetzungen müssen erfüllt werden, um eine Gasbrennwertheizung effektiv nutzen zu können?

So ganz einfach, wie mit einer herkömmlichen Heizungsanlage funktioniert das mit der Gasbrennwertheizung natürlich wieder nicht. Das wäre zu schön. Es gibt einige Voraussetzungen, die zu erfüllen sind, um mit diesem Heizungsmodell tatsächlich effektiv und kostengünstig heizen zu können.
  • Es muss eine relativ niedrige Rücklauftemperatur erreicht werden.
  • Es muss eine optimale Auslegung des Kessels erreicht werden.
  • Es muss ein hydraulischer Abgleich der Heizung vorgenommen werden.
Und nun ist es an der Zeit einige Begriffe zu klären bzw. sie zu erklären, damit die Zusammenhänge verstanden werden können.
  1. Die Rücklauftemperatur: Ja, natürlich hat die Vorlauftemperatur eine große Bedeutung für den Energieverbrauch. Keine Frage. Doch ebenso wichtig ist die Rücklauftemperatur. Sie muss unter 55°C liegen, damit die Wassermoleküle in den Abgasen kondensieren können. Liegt die Rücklauftemperatur darüber, entweichen die gelösten Wassermoleküle ganz einfach über den Schornstein und der gesamte Effekt ist dahin. Um eine entsprechende Rücklauftemperatur zu erreichen, sind entweder sehr große Heizungselemente oder aber eine entsprechend große Fußbodenheizung notwendig.
  2. Eine, zum Objekt passende, Auslegung: Grundsätzlich sollte eine Heizung auf die Bedürfnisse des Hauses so perfekt wie möglich abgestimmt sein, um nicht nur die Anforderungen der Bewohner erfüllen zu können, sondern auch, um absolut effektiv zu arbeiten. Dies kann etwa mit einer Heizlastberechnung durch den Fachmann vorgenommen werden. Auch die Wärmeverluste, die durch das Lüften oder über die Außenwände entstehen, werden in dieser Berechnung berücksichtigt.
  3. Der hydraulische Abgleich: Für die Optimierung der Heizungsanlage ist er zwingend notwendig. In einem Neubau ist dies eine einfache Angelegenheit. Bei der Sanierung eines Altbaus ist dies schon schwieriger und kann ohne fachliche Kompetenz nicht durchgeführt werden. Verschiedene Komponenten müssen eventuell ersetzt werden, um die korrekten Werte zu erreichen. Doch auch diese zusätzlichen Kosten amortisieren sich schnell durch die Einsparungen bei der Heizkostenrechnung.
  4. Anschluss an das Abwassersystem: Ja, es fällt bei dieser Methode Kondensat an, das über das normale Abwasser abgeführt werden muss. Es muss also ein entsprechender Anschluss an das Abwassersystem ermöglicht werden. Über dieses System wird auch der Schornstein von eventuell anfallendem Kondensat befreit. Allerdings sollte grundsätzlich darauf geachtet werden, dass dieser feuchtigkeitsunempfindlich ist. Normalerweise achten Heizungsbauer / -installateur und natürlich der Schornsteinfeger, der das ganze Gebilde abnehmen muss, entsprechend darauf. Aber man kann ja schon einmal anmerken.

 Ganz schön teuer, oder?

Richtig – die Gasbrennwertheizung ist in der Anschaffung ein wenig teurer als eine reguläre Heizungsanlage. ABER bedenken Sie bitte, dass es sich um eine Langzeitanschaffung handelt. Wird sie gut gewartet, korrekt betrieben und vielleicht mit einem Solarmodul kombiniert, ist sie derart günstig im Betrieb, dass sich die Mehrkosten schon innerhalb der nächsten Jahre bezahlt gemacht haben. Denn so viel teurer ist sie nun auch nicht. Zudem darf man die Effektivität nicht vergessen. Pauschale Preisangaben können wie üblich an dieser Stelle nicht gemacht werden. Grundsätzlich ist der Anschaffungspreis von der Größe des Objektes, der Anlage und vor allem von den vor Ort gegebenen Bedingungen abhängig. So muss jedes Objekt vom Fachmann begutachtet werden, der dann die Effektivitätsrechnung, die Heizlast für das Haus erstellt und danach die benötigten Komponenten zusammenstellt und einen Preis präsentiert.  Dies gilt für den Neubau ebenso wie für die Altbausanierung. Zudem sind auch immer Fördergelder möglich. Sie sollten stets beantragt werden, auch wenn vielleicht nicht so viel Förderung ausgezahlt wird, wie man es sich erhofft hat. Aber eine kleine Finanzspritze ist doch auch schon etwas Gutes. Wird der Heizungsbauer nach einem durchschnittlichen Preis gefragt, so wird er sagen müssen, dass die Gasbrennwertheizung zwischen EURO 6.000 und EURO 10.000 kosten wird. Welcher Lieferumfang darin enthalten ist, muss er dann konkret aufschlüsseln. Lassen Sie am besten gut beraten, bevor Sie sich für ein derartiges Heizungsmodell entschließen. Es ist fantastisch, will aber dennoch gut überlegt sein.